Mutterschutz aus dem Bemessungszeitraum ausklammern — was das wirklich bedeutet

Die Ausklammerung ist kein Antrag, den man stellt oder vergisst. Sie passiert von selbst — und sie verschiebt still die Frist, bis zu der ein Steuerklassenwechsel noch wirkt.

Die kurze Antwort

Für alle, die es eilig haben.

Warum es die Regel gibt

In der Mutterschutzfrist arbeitet man nicht, und es fließt Mutterschaftsgeld statt Gehalt. Würden diese Monate im Bemessungszeitraum bleiben, würde der Durchschnitt gedrückt — das Elterngeld fiele niedriger aus, obwohl sich am eigentlichen Verdienst nichts geändert hat. Deshalb nimmt das Gesetz sie heraus und ersetzt sie durch ältere Monate mit normalem Gehalt.

Das Gesetz nennt vier Fälle, in denen so ausgeklammert wird: Bezug von Elterngeld für ein älteres Kind, Mutterschutzfrist oder Mutterschaftsgeld, eine schwangerschaftsbedingte Krankheit sowie Wehr- oder Zivildienst. Die Ausklammerung ist die Regel; auf Antrag kann man auf sie verzichten, wenn die alten Monate ausnahmsweise schlechter waren.

Der Effekt, den fast alle übersehen

Maßgeblich für das Elterngeld ist die Steuerklasse, die in der Mehrzahl der Monate des Bemessungszeitraums galt — also in mindestens sieben von zwölf. Verschiebt sich das Fenster durch die Ausklammerung nach hinten, verschiebt sich diese Sieben-Monats-Grenze mit.

Geburtstermin ausgeklammert Bemessungszeitraum Klasse muss gelten ab
15. Juli 20270 MonateJuli 2026 – Juni 2027Dezember 2026
15. Juli 20272 MonateMai 2026 – April 2027Oktober 2026
15. Juli 20273 MonateApril 2026 – März 2027September 2026

Dazu kommt: Ein Steuerklassenwechsel wirkt erst im Monat nach dem Antrag (§ 39 EStG). Der Antrag beim Finanzamt muss also noch einen Monat früher gestellt sein als die Spalte ganz rechts.

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